Die kurze Antwort
Ein Händedruck ist eine mögliche Begrüßung, keine Pflicht. Wenn beide Personen ihn möchten, genügt ein kurzer, angenehmer Griff ohne Druckwettbewerb. Bei Unsicherheit sind ein freundliches Hallo und ein Nicken eine gute Alternative.
Erst die Situation lesen
Bei beruflichen Terminen oder formellen Vorstellungen kann ein Händedruck üblich sein. Strecken Sie die Hand nicht demonstrativ in eine Person hinein, die Abstand signalisiert. Ein freundliches „Guten Morgen“ mit einem Nicken funktioniert auch ohne Körperkontakt und bewahrt beiden Seiten die Wahl.
Wenn Sie unsicher sind, warten Sie kurz auf die Begrüßung der anderen Person. Sie können auch fragen: „Möchten Sie die Hand geben?“ Das ist besonders bei Erkältung, in gesundheitlich sensiblen Situationen oder bei unterschiedlichen kulturellen und persönlichen Vorlieben angemessen. Ein Nein braucht keine Erklärung.
Kurz, ruhig und ohne Kraftprobe
Wenn ein Händedruck angenommen wird, halten Sie die Hand sauber und trocken und schließen Sie sie in einem kurzen, kontrollierten Griff. Ein oder zwei kleine Bewegungen reichen; langes Festhalten kann unangenehm sein. Der Blickkontakt sollte natürlich sein und muss nicht starr gehalten werden.
Begrüßen Sie eine Gruppe, wenden Sie sich jeder Person zu, statt eine einzelne Hand schnell abzufertigen. Wer durch eine Verletzung oder Einschränkung keinen Händedruck geben kann, darf das knapp sagen: „Ich kann die Hand gerade nicht geben, freue mich aber, Sie kennenzulernen.“ Eine Entschuldigung für den eigenen Körper ist nicht nötig.
Hygiene, Essen und berufliche Situationen
Vor oder während einer Mahlzeit kann ein Händedruck unpraktisch sein. Ein Gruß mit Worten oder einer kleinen Geste reicht. Bei einer Erkältung können Sie offen sagen: „Ich bin erkältet, ich grüße heute lieber ohne Händedruck.“ Die andere Person muss dann nicht raten, ob Sie sie übersehen haben.
Bei Veranstaltungen mit vielen Kontakten sind kontaktfreie Begrüßungen häufig und klar. Das Ziel ist nicht, jede Person in derselben Weise zu berühren, sondern gegenseitig Respekt zu zeigen. Wenn die Branche eine bestimmte Begrüßung praktiziert, kann man sich daran orientieren, sofern sie für beide Seiten passt.
Wenn die Hände aneinander vorbeigehen
Manchmal streckt eine Person die Hand aus, während die andere nur nickt. Lächeln Sie, sagen Sie Ihren Namen und machen Sie weiter. Eine kleine Unsicherheit ist kein sozialer Unfall. Falls jemand den Kontakt ablehnt, nehmen Sie das ohne Kommentar an.
Witze über „richtige Männlichkeit“, Stärke oder vermeintlich schlaffe Hände setzen unnötigen Druck. Ein Händedruck ist kein Test und verrät keine Persönlichkeit. Eine gute Begrüßung lässt den anderen Menschen komfortabel in das Gespräch kommen – mit oder ohne Handkontakt. Halten Sie bei einer Begrüßung außerdem ausreichend Abstand und achten Sie darauf, ob die andere Person einen Schritt zurücktritt. Ein komfortabler Abstand ist oft wichtiger als eine perfekte Handbewegung.
Häufige Fragen
Muss man bei einer Begrüßung die Hand geben?
Nein. Ein Händedruck ist eine mögliche, freiwillige Begrüßung. Worte, Nicken oder eine kontaktfreie Geste sind ebenfalls höflich.
Was mache ich, wenn jemand meine Hand nicht nimmt?
Fahren Sie freundlich mit der verbalen Begrüßung fort. Die Person kann gesundheitliche, persönliche oder andere Gründe haben und muss diese nicht erklären.